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Marmor
Marmor (über lat. marmor aus altgr.
μαρμαρος mármaros - heute μαρμαρο, mármaro; vermutlich verwandt mit μαρμαíρειν, marmaírein, "schimmern, glänzen") ist ein Gestein, das aus den Mineralien Calcit,
Dolomit und/oder Aragonit besteht, also ein Carbonatgestein.
Für "Marmor" existieren unterschiedliche Wortbedeutungen:
Petrographisch ist es ein metamorphes Gestein, das durch Umwandlung
(Metamorphose) von Kalkstein und anderen karbonatreichen Gesteinen entsteht, und
zwar im Erdinnern durch Hitze und Druck.
Neben dem petrographischen Begriff lassen sich kulturelle und ökonomische
Marmor-Begriffe unterscheiden.
Eine Reihe bedeutsamer Gebäude und Kunstwerke besteht aus Marmor. Marmore werden
gegenwärtig vornehmlich für Fußboden- und Treppenbeläge, Wandfliesen,
Waschbecken und Fassadenplatten verwendet. Die Gewinnung von Marmor, die seit
Jahrtausenden betrieben wird, ist heute noch ein mühseliger und aufwändiger
Prozess
Merkmale und Mineralbestand
Ein metamorphes Gestein wird als Marmor bezeichnet, wenn es
mindestens 50 Volumenprozent Calcit, Dolomit und/oder Aragonit enthält, wobei
der hauptsächlich aus dem Mineral Dolomit (Ca,Mg)CO3 bestehende Dolomitmarmor
eine seltene Variante ist. Noch seltener ist ein Marmor, der sich überwiegend
aus dem Hochdruckmineral Aragonit zusammensetzt.
Marmore sind in der Regel mittel- bis großkristallin, die einzelnen
Calzit-Kristalle variieren wenig in der Größe und sind oft mit bloßem Auge zu
unterscheiden. Es kommen jedoch auch extrem feinkristalline Marmore wie
beispielsweise die Sorte Statuario aus Carrara vor, die bei den Bildhauern sehr
begehrt ist. Das Merkmal der Kristallinität gilt auch für Marmore, deren
Ausgangsgesteine ein Sedimentkorngefüge besaßen, wie die Mehrzahl der
Meta-Kalksteine und Meta-Mergelsteine (ein Meta-Gestein ist beispielsweise ein
aus einem Sandstein entstandener Sandstein usw.). Aufgrund des kristallinen
Gefüges ist der Porenraum des Marmors gering, was zu einer hohen
Frostbeständigkeit vieler Marmorsorten führt, sie ist jedoch nicht für alle
Sorten zu verallgemeinern. Ein typisches Kennzeichen des Marmors ist das Fehlen
von Fossilien. Marmore erkennt man optisch auch daran, dass einzelne
Kalkspatkristalle in der Spaltfläche, je nach Richtung des Lichteinfalls,
"glitzern"
Stoffliche Beimengungen in den Ursprungsgesteinen führen bei vielen Marmoren zu
dem typischen Dekor, zur sogenannten Marmorisierung. Marmor kommt in
verschiedenen Farben vor von - schwarzgestreift über gelb, grün, rosa bis zu
weißem Marmor.[3] Rote bis rötliche Marmore werden durch Hämatit, gelbe bis
braune durch Limonit, leicht bläuliche und graublaue durch Graphit, kohlige
Substanzen oder Bitumen und grüne Marmore durch Chlorit oder Serpentinminerale
eingefärbt. Mehrfarbige Marmore enthalten unterschiedliche Mineralbeimengungen
und/oder verschiedene Kristallausbildungen. Einheitlich schwarz gefärbte Marmore
gibt es nicht.
Der weiße Marmor, wie er unter anderem bei Carrara in den apuanischen Bergtälern
in Italien und im Krastal in Österreich gefunden wird, wird stark nachgefragt.
In Deutschland gibt es derzeit lediglich ein "echtes" Marmorvorkommen, das für
Naturwerkstein wirtschaftlich genutzt wird, den "Wunsiedler Marmor" im
Fichtelgebirge. Im Erzgebirge bei Lengfeld und Oberscheibe wird Calcit- und
Dolomitmarmor abgebaut, der hauptsächlich als Zuschlagstoff für die Industrie
verwendet wird. Durch die hohe Anzahl von Spalten und Klüften können keine
ausreichend großen Blöcke gewonnen werden, die sich für die wirtschaftliche
Nutzung in der Natursteinfertigung eignen. Typische Dolomitmarmore sind die des
Raurisertals in Österreich und der Thassos-Marmor von der gleichnamigen
griechischen Insel. Eine Besonderheit ist der sogenannte Cipollino (ital.
Zwiebel), ein Marmor, dessen Dekor wie eine Zwiebel geschichtet ist.
Die weißen Marmore sind lichtdurchlässig. Durch eine Marmorsorte aus Paros
schimmert es bis zu einer Steindicke von etwa 3,5 Zentimeter und durch die aus
Carrara bis etwa 1,5 Zentimeter hindurch.
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